Pater Andreas Petith, Rektor des Nikolausklosters, ist am Abend des 15. Juli nach schwerer Erkrankung in einem Neusser Krankenhaus verstorben.
„Wo immer Pater Andreas Petith wirkte, begegnete er den Menschen mit Offenheit, Hilfsbereitschaft und Nähe. Sein Fleiß, seine Verlässlichkeit und seine pastorale Weite machten ihn zu einem geschätzten Seelsorger und Mitbruder. Er verstand es, Menschen für den Glauben zu begeistern, Gemeinschaft zu stiften und Räume zu schaffen, in denen sich Menschen angenommen wussten“ erklärt Provinzial P. Christoph Heinemann omi.
Besonders das Nikolauskloster trägt unverkennbar seine Handschrift. Dort verbrachte er den größten Teil seines Ordenslebens. Dies waren sowohl seine ersten Monate als Priester, aber auch später lange Zeit als Hausoberer des Klosters und Schulseelsorger am St.-Bernhard-Gymnasium in Willich-Schiefbahn.
Mit seinem Einsatz hat er dazu beigetragen, dass dieser Ort zu einer Stätte der Begegnung, des Gebets, der Gastfreundschaft und der Erholung wurde – geprägt von einem beispielhaften Miteinander zwischen der Kommunität und den vielen ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern. Als Rektor des Nikolausklosters füllte Pater Andreas Petith seine Rolle mit großer Klarheit aus. Er wusste um die Verantwortung, die ihm für diesen Ort anvertraut war, und setzte sich mit Nachdruck für die Menschen und das Nikolauskloster ein.
Zugleich blieb er als Mensch stets bescheiden und war sich für keine Aufgabe zu schade.
Auch die Menschen im Pastoralen Raum Jüchen trauern um einen liebenswürdigen Seelsorger, der weit über das Nikolauskloster hinaus auch in Jüchen seine tiefen Spuren hinterlassen hat.
Das Requiem und die Beerdigung finden am Dienstag, dem 21. Juli 2026 um 11.00 Uhr im St. Bonifatiuskloster in 36088 Hünfeld statt.
Im Nikolauskloster wird am Sonntag, dem 19. Juli 2026 im Gottesdienst um 10.00 Uhr an Pater Andreas Petith gedacht.
Der Pastorale Raum Jüchen gedenkt Pater Andreas in den Gottesdiensten der kommenden beiden Wochenenden.
Zum Leben von Pater Andreas Petith
Andreas Petith wurde 1956 in Bad Homburg vor der Höhe geboren, mit 19 Jahren kam er 1975 als Schüler zum ersten Mal ins Nikolauskloster. Er erwarb am Abendgymnasium in Neuss die Hochschulreife und schloss eine Ausbildung zum Erzieher erfolgreich ab. Im Anschluss trat Andreas Petith in das Noviziat der Oblatenmissionare ein und begann seinen Weg in der Ordensgemeinschaft: 1982 legte er die ersten Gelübde ab, 1985 die ewigen Gelübde. Nach dem Theologiestudium erhielt er 1987 die Diakonenweihe und 1988 die Priesterweihe.
Seine ersten Monate als Priester verbrachte Pater Andreas Petith als Aushilfe im Nikolauskloster. Von 1989 bis 1992 wirkte er als Kaplan in Duisburg-Rheinhausen in einer Projektkommunität, die sich in besonderer Weise den Armen und Bedürftigen verpflichtet wusste.
Dieser Dienst entsprach seinem Wesen: Menschen mit Offenheit zu begegnen, ihnen zuzuhören und ihnen die Nähe Gottes erfahrbar zu machen.
Von 1992 bis 2001 kehrte er ins Nikolauskloster zurück. Neben seinen Aufgaben im Haus und in der Klosterkirche war er als Schulseelsorger am St.-Bernhard-Gymnasium in Willich-Schiefbahn tätig. Als eine kurze Unterbrechung erscheint der Dienst als Schulseelsorger und Hausoberer in Burlo. Bereits 2003 führte ihn sein Weg erneut ins Nikolauskloster, diesmal als Rektor. Bis 2012 prägte er das Haus mit großem Engagement, pastoraler Weite und einem feinen Gespür für die Menschen, die dort ein- und ausgingen.
Ein weiterer bedeutender Abschnitt seines Wirkens führte ihn von 2012 bis 2019 nach Maria Taferl in Niederösterreich, dem zweitgrößten Wallfahrtsort des Landes. Als Pfarrer und Hausoberer leitete er dort die Pfarrei und die Oblatenkommunität. Von dieser Zeit sprach er später immer wieder mit großer Freude und Dankbarkeit. Die Begegnungen mit den Pilgerinnen und Pilgern, das Leben am Wallfahrtsort und die Erfahrungen in der Gemeinde blieben ihm eine wertvolle Erinnerung. 2013 bis 2025 war Pater Andreas Petith zudem Mitglied des Provinzrates und übernahm so Verantwortung für die gesamte mitteleuropäische Provinz.
Im Jahr 2019 kehrte Pater Andreas als Hausoberer an den Ort zurück, der für ihn weit mehr als eine Wirkungsstätte war: das Nikolauskloster. Es war sein Herzensort.