Weihnachtliche Musik in den Gottesdiensten

Jüchener Kirchenmusik wartet zum Fest mit großer Vielfalt auf

Orgel Jüchen (c) U.C.
Datum:
Do. 18. Dez. 2025
Von:
Manuela Printzen

Im Mittelpunkt des weihnachtlichen Musizierens steht im Pastoralen Raum Jüchen in diesem Jahr die Messe bréve Nr. 1 op. 25 des französischen Komponisten Alexandre Pierre François Boëly (1785-1858).

Zu Lebzeiten wurde er unterschätzt, später wurde er fast völlig vergessen. Seinen ersten Unterricht erhielt der in Versailles geborene Boëly von seinem Vater Jean François, der seinerseits als Sänger an der Pariser Sainte-Chapelle sowie als Harfenist und Theorieprofessor am königlichen Hof von Frankreich eine gewisse Bekanntheit erlangte. Schon im Alter von 11 Jahren begann er am Pariser Konservatorium ein Musikstudium, das er jedoch nach zwei Jahren ohne Abschluss abbrach. Als Autodidakt schlug er sich durch und arbeitete zwischen 1834 und 1851 als Organist, Klavierlehrer und freischaffender Komponist und Interpret.

Musikgeschichtlich machte er sich vor allem um die zu seiner Zeit in Frankreich fast unbekannte deutsche und Wiener Klassik verdient; auch das Orgelwerk Johann-Sebastian Bachs hat ihn immer wieder gleichermaßen fasziniert und inspiriert. So liegt sein Hauptaugenmerk auf der Orgelmusik. An kirchlicher Vokalmusik hat Boëly vier Motetten und zwei Messen hinterlassen. Die „1ére Messe bréve pour trois voix Soprano, Ténore et Basse avec Accomp. d’Orgue et de Contrebasse op. 25“ wurde ein Jahr nach seinem Tod von einem Pariser Verlag 1859 herausgegeben. Das Werk wurde eigens für die Aufführungen in Jüchen für Chor und Streicher bearbeitet.

Dieses musikalische Programm, ergänzt durch einige weihnachtliche Überraschungen, können die Besucherinnen und Besucher der folgenden Gottesdienste erleben:

Mittwoch, 24. Dezember, 22 Uhr, Christmette in der Jüchener Jakobuskirche

Donnerstag, 25. Dezember, 10 Uhr, Festgottesdienst in St. Pantaleon, Hochneukirch

Freitag, 26. Dezember, 10 Uhr, Festgottesdienst in der Kapelle St. Simon und Judas Thaddäus, Otzenrath.

Darüber hinaus ist auch in diesem Jahr die Fortsetzung einer liebgewordenen Tradition geplant: Am Ersten Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember, findet in St. Jakobus Jüchen um 8 Uhr das Hirtenamt statt, in dem es Musik für Alphörner und Orgel zu hören gibt.

Ein weiterer Schwerpunkt werden die Auftritte von Christine Léa Meier sein. Insgesamt vier Weihnachtsgottesdienste werden durch die Solistin mitgestal-tet. Die deutsch-französische Sopranistin wurde in Mönchengladbach geboren und begann dort ihre Gesangsausbildung mit elf Jahren bei Renate Fellner. Von da an nahm sie erfolgreich an zahlreichen Musikwettbewerben im In- und Ausland teil, wobei sie unter anderem 2002 den ersten Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend Musiziert“ gewann. Mit bereits 19 Jahren wurde sie als Solistin in die Kölner Philharmonie eingeladen.

Sie studierte an der Musikhochschule Köln Gesang und Musikpädagogik bei Prof. Klesie Kelly-Moog und Prof. Arthur Janzen sowie an der Musikhochschule Trondheim (Norwegen) und schloss ihr Diplomstudium mit Auszeichnung ab, gefolgt von ihrem Konzertexamen.

Erste Opernengagements führten die Sopranistin schon an mehrere Häuser, u.a. Theater Solingen/Remscheid, Teatro Poliziano Montepulciano (Italien), die Oper Köln und ans Staatstheater in Nicaragua. Auch im Konzertfach ist Christine Léa Meier sowohl national als auch international zu hören. Konzertreisen führten sie als Solistin bereits bis ins südliche Afrika.

Christine Léa Meier wird in folgenden Gottesdiensten zu hören sein: In den Christmetten in Gierath (Heiligabend 17 Uhr) und Bedburdyck (Heiligabend 18.30 Uhr), im Festgottesdienst zum Ersten Weihnachtstag um 9.30 Uhr in Aldenhoven sowie am Zweiten Weihnachtstag um 9.30 Uhr in Jüchen.

Holger Hockemeyer wird mit seiner Viola die Christmette an Heiligabend um 22 Uhr in St. Pantaleon in Hochneukirch begleiten. Der Kirchenchor St. Georg Neuenhoven musiziert am Zweiten Weihnachtsfeiertag um 9.30 Uhr in der Neuenhovener Georgskirche.